Anonyme Geburt

Die anonyme Geburt ist ein Angebot für Frauen in Notsituationen, ihre Kinder anonym, aber unter ärztlicher Betreuung zur Welt zu bringen. Nach der Geburt verlässt die Mutter das Krankenhaus wieder und lässt ihr Baby zurück. Das ist nicht strafbar! Eine Adoption wird eingeleitet.

Es gibt eine Fülle von Krankenhäusern, die eine anonyme Geburt anbieten.

Wie geht es nach der anonymen Geburt weiter?

Nach der Geburt übernimmt das Jugendamt die Verantwortung für das Kind und übergibt es möglichst rasch in die Pflege einer geeigneten Familie. Nach Ablauf der gesetzlich vorgesehenen Frist von 8 Wochen wird die Adoption eingeleitet. Solange das Adoptionsverfahren noch nicht abgeschlossen ist, kann die Mutter ihren Entschluss noch rückgängig machen.

Es kommt der Zeitpunkt, da wird das Kind gerne etwas über seine leiblichen Eltern erfahren wollen. Diese Informationen kann die Mutter ihm nur selber geben. Vielleicht möchte sie ein paar persönliche Zeilen niederschreiben. Auch ein kleines Geschenk (Andenken, Erbschmuck) kann für das Kind später einmal von großer Bedeutung sein. Die Mutter kann den Brief oder das Geschenk gleich nach der Geburt der Hebamme geben oder später dem zuständigen Jugendamt anonym zukommen lassen. Außerdem ist es schön, wenn sie wichtige Informationen weitergibt, die für das Kind und seine spätere Entwicklung und optimale Förderung wichtig sein können (zum Beispiel mögliche erbliche Vorbelastungen oder Auffälligkeiten in den Familien der leiblichen Eltern oder Informationen zum Schwangerschaftsverlauf).