Sofort-Komplikationen bei instrumentellen Verfahren:

Durch Dehnung des Gebärmutterhalses bei der Abtreibung können Risse und Schädigungen der muskulären und elastischen Fasern des Gebärmutterhalses entstehen. Außerdem kann die abschließende (Saug-)Kürette zum Durchstoßen der Gebärmutter und zur Verletzung von Darm und Blase mit Bauchfellentzündung führen.

 

Mögliche Frühfolgen:

Zurückgebliebene Abortreste können Blutungen und Infektionen, Bauchfellentzündungen, Entzündungen der Gebärmutterschleimhaut oder der Gebärmuttermuskelwand, der Eileiter und Eierstöcke verursachen.

 

Mögliche Spätfolgen:

Diese zeigen sich oft erst bei späteren Schwangerschaften. Da bei der Abtreibung der Gebärmutterhals gedehnt werden muss, kann eine Schwäche des Gebärmutterhalses in der Folge erhöhte Fehl- und Frühgeburten mit sich bringen. Blutungen in der Schwangerschaft und mangelhafte Rückbildung der Gebärmutter im Wochenbett sowie Vernarbungen des Muttermundes in späteren Schwangerschaften können ebenso auftreten.
(Quelle: Kremling, Goecke, Solbach: Forensische Gynäkologie; Thieme, Stuttgart 1991)