Hier könnte auch Deine Geschichte stehen, bitte schreibe sie uns!

Mareike

In meinem Leben war bisher immer alles nach Plan gelaufen. Nach erfolgreichem Studium wurde ich in einem sogenannten Traineeprogramm in einer internationalen Firma eingestellt. Zwei Jahre später wurde mir ein guter Job mit Festanstellung in England angeboten. Bis zu dem Zeitpunkt war mir meine Arbeit sehr wichtig. Einer erfolgreichen Karriere schien nichts im Wege zu stehen.

 

Doch nach nur sieben Monaten in England wurde ich ungeplant von meinem neuen Freund schwanger. Ganz viele Gedanken gingen mir durch den Kopf: Dass ich meinen Freund noch nicht lange genug kenne, dass mein Chef und meine Kollegen sich 'betrogen' fühlen, wenn ich nach so kurzer Zeit schon wieder in den Mutterschutz gehe, dass ich eigentlich doch immer verheiratet sein wollte, bevor ich Kinder bekomme, mehr Berufserfahrung habe... Zudem hat mein Freund alles andere als begeistert reagiert und wollte zunächst mit dem Kind nichts zu tun haben. Trotz allem wusste ich von Anfang an, dass ich mit einer Abtreibung nicht leben könnte. Deshalb habe ich mich in meinem Herzen direkt für das Kind entschieden, auch wenn ich es schlimmstenfalls alleine hätte großziehen müssen. Mir war schnell bewusst, dass das Kind nichts dafür kann, ungeplant entstanden zu sein und mein durchplantes Leben durcheinandergebracht zu haben.


Als ich damals schwanger geworden bin, wusste ich eigentlich in meinem Herzen, dass ich mit einer Abtreibung nicht leben könnte. Aber wenn man in der Situation steckt, ist es trotzdem schwierig, dabeizubleiben und nicht den vermeintlich 'einfacheren' Weg zu gehen, um das 'Problem' schnell aus der Welt zu schaffen.

 

In diesem Sinne haben mich die Gespräche mit Leuten Ihrer Beratung in meiner Entscheidung für das Kind natürlich sehr bestärkt und unterstützt, die Entscheidung zu treffen, von der ich eigentlich wusste, dass sie die einzig Richtige ist. Gerade in England ist die öffentliche Beratung sehr liberal, sodass eine Abtreibung oft als 'keine große Sache' dargestellt wird. So hat es mir damals geholfen, mit Leuten  zu sprechen, die das anders sehen und auch eher auf die langfristigen Folgen einer Abtreibung hinweisen. Mich haben die Gespräche dementsprechend bestärkt.

 

Als die Entscheidung dann gefallen war, hat sich plötzlich doch alles zum Positiven entwickelt: Mein Freund stand dann doch zu mir und dem Kind, und meinen Job habe ich auch nicht verloren. Unsere Tochter ist mittlerweile fünf Monate alt und wir möchten sie nicht mehr in unserem Leben missen. Ich genieße die Zeit mit ihr, mein Freund ist ein liebevoller Vater, und die Kleine ist als erstes Enkelkind in beiden Großfamilien sehr geliebt. Erst das Baby hat mein Leben komplett und glücklich gemacht. Ich hoffe, dass 'unsere' Geschichte anderen jungen Müttern Mut macht, sich für ihre Kinder zu entscheiden. Manchmal sieht alles zunächst so negativ und ausweglos aus, aber oft entwickeln sich Dinge dann doch anders und viel besser, als man jemals gedacht hätte. 

Nina:

Damals war ich gerade 21 Jahre alt. Hatte meine Ausbildung noch nicht beendet und war nicht verheiratet. Ich wurde schwanger. Nein, das durfte doch nicht sein! Mein Freund und ich beschlossen das Kind abtreiben zu lassen. Ich bekam den Schein und ging ins Krankenhaus.


 

Mein Freund begleitete mich. Wir gingen suchend durch die Eingangstür und schauten  nach Wegweisern, die uns zur Abteilung bringen sollten, in der die Abtreibung durchgeführt werden sollte. Da sprach uns ein Krankenpfleger an: „Kann ich Ihnen helfen?“ Wir trugen unser Anliegen vor. Er sah mich an und sagte: „Aber Sie wollen doch gar nicht abtreiben.

 

“
Ich bekam einen Schreck und begann zu überlegen. Nein, ich wollte wirklich nicht abtreiben. Aber ich war noch so jung! Er begann mit mir zu sprechen. Was denn dem Kind im Weg stünde. - Ich sei noch in der Ausbildung.- Wann sei die denn beendet? - In 6 Monaten. - Aber dann stört das Kind doch gar nicht. Auch schwanger kann man die Prüfung ablegen. - Was denn der Freund dazu sage? - Er sagte, dass er Kinder liebe und zu gerne dieses Kind bekommen würde. 


 

Ich sah meinen Freund erstaunt an. So deutlich hatte er es noch nie gesagt!


 

Was denn die Eltern dazu sagen würden. - Na, die würden sich sicher freuen.

 


Auf einmal war gar nichts mehr da, was gegen dieses Kind sprach. Mein Freund und ich drehten uns um und verließen die Klinik!

 


Ich habe meine Ausbildung beendet, das Kind bekommen und meinen Freund geheiratet. Die Großeltern sind besonders stolz auf diesen kleinen Jungen. Ich weiß nicht, wieso ich damals an Abtreibung gedacht habe. Jedesmal, wenn ich das Kind ansehe und darüber nachdenke, laufen mir kalte Schauer über den Rücken.

Doris:

Wenn ich unser Töchterchen anschaue, wage ich gar nicht daran zu denken, dass ich eine Zeit lang drauf und dran war, sie umbringen zu lassen.

 


Anne ist ein Wunschkind. Ich war überglücklich, als mir mein Frauenarzt bestätigte, dass ich schwanger sei. Ich hatte auch nie Beschwerden. Doch in der 21. Schwangerschafts-
woche teilte mir mein Arzt mit, es wäre etwas nicht in Ordnung. Ich musste ins Krankenhaus, wo einige Untersuchungen stattfinden sollten.

 


Ich verstand die Welt nicht mehr. Warum gerade ich, wo ich mich doch so auf mein Baby freute! 
Die Tests ließ ich wie in Trance über mich ergehen. Schließlich sagten mir die Ärzte, mein Kind würde mit Sicherheit schwer behindert und nicht lebensfähig sein. Sie legten mir eine Abtreibung nahe, denn unter diesen Umständen wäre es doch wohl unzumutbar für mich, das Kind auszutragen.
 Ein fürchterlicher innerer Kampf begann. Ich war verzweifelt!

 


Doch in dieser Situation besuchte mich eine Krankenhaus-Seelsorgerin und ermutigte mich, das Baby auszutragen. Sie erzählte mir, dass sie schon oft hörte, dass die Untersuchungsergebnisse nicht immer stimmen. Wenn es doch so sein sollte, dann könnte das Baby noch eine Weile bei mir sein. Warum das Leben noch mehr verkürzen?


 

Glücklicherweise besuchte diese Frau mich oft. Sie tröstete mich sehr, denn die Schwierigkeiten waren noch lange nicht vorbei! Die Ärzte übten Druck aus, indem sie mich immer wieder mit den Untersuchungsergebnissen konfrontierten. Einige Bekannte waren der Meinung, so etwas müsse man sich doch heutzutage nicht mehr antun. Das Kind habe soundso keine Chance. 


 

Eines Tages war es soweit. Unsere Anne kam auf die Welt und ... zum Erstaunen der Ärzte und zu meiner größten Freude war sie kerngesund! 


 

Kaum auszudenken, was gewesen wäre, wenn ich die Abtreibung vornehmen lassen hätte! Ich bin so dankbar, dass mir die Schuldgefühle erspart geblieben sind.